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Unsere Deutschen Schäferhunde

Die Hunde vor den Russells

Ursprünglich hatten wir Deutsche Schäferhunde, lange bevor wir auf den Jack Russell kamen.
Schon als Vorschulkind war ich von den Schäferhunden des Nachbarn magisch angezogen, dessen Zwinger „vom Rangental“ seinerzeit sehr bekannt war, und der mich auch mal zu einer Ausstellung mitnahm – ein Erlebnis, das mich absolut begeisterte. Siegerschau der Gebrauchshunde in Leipzig-Scheibenholz, irgendwann in den 1970ern. Damals waren Hundeausstellungen für mich ein magischer Ort. Nicht die Preise, von denen ich damals gar nicht viel mitbekam, sondern das Treffen mit so vielen Hundefreunden, die Vielfalt der Rassen, der respektvolle Austausch (ja, damals war das so)… und als dann auch noch Verkaufsstände hinzukamen, war der Zauber komplett. Ich habe es immer geliebt Ausstellungen zu besuchen, völlig egal ob selbst als Aussteller, oder nur als Zuschauer. Ein absolutes Highlight diesbezüglich wurde die Cruft’s in England mit ihrer unvergleichlichen Athmosphäre. Das aber erst viel später.

Mit 12 Jahren trieb ich mich regelmäßig auf dem Hundeplatz herum, auf der Suche nach Hunden zum Ausführen, denn selbst konnten wir keinen halten. So hatte ich bereits einige Hundeerfahrung, als ich mir im Alter von 14 Jahren, dank der Hilfe von Sportfreunden, meinen Traum vom eigenen Hund erfüllen konnte, und verdient durch das Ausbilden fremder Hunde meine Schäferhündin „Sara vom Bramberg“ bei mir einziehen konnte.

Sara war meine erste große Lehrmeisterin.

Sie war ein echter Gebrauchshund – klar im Kopf, selbstbewusst und stets mit einer eigenen Vorstellung davon, wie Dinge zu laufen hatten. In der Theorie schien vieles so einleuchtend. Schließlich hatte ich über Jahre hinweg nahezu jede Hundeliteratur verschlungen und wollte alles richtig machen. Doch in der Praxis zeigte mir Sara, dass Hunde nicht nach Lehrbuch funktionieren – und dass sie manchmal ganz eigene Ideen haben.

Gemeinsam legten wir alle damals gängigen Prüfungen erfolgreich ab, wurden Bezirks-Jugendmeister und qualifizierten uns sogar für die DDR-Jugendmeisterschaft – ein wahr gewordener Traum. Leider nahm dieser ein bitteres Ende: Ich musste Sara verletzungsbedingt zurückziehen – durch einen eigenen Fehler. Als Belohnung für gute Arbeit warf ich ihr ein Stöckchen, mit dem sie sich schwer im Rachen verletzte. Eine schmerzhafte Lektion, die bis heute nachwirkt: Stöckchen sind für meine Hunde tabu.

Ihren ersten Wurf hatte Sara bei ihrem Züchter. Ich hatte es ihm versprochen, da ich selbst damals keine Möglichkeit zur Zucht hatte – und ich wünschte mir eine Tochter von ihr. So kam sie mit ihrer Tochter Colette vom Bramberg wieder zu mir zurück. Aus einem späteren Wurf blieb zudem ihr Sohn Baxter bei uns, ein traumhafter Rüde durch und durch. Viele Jahre begleitete er mich und wurde später sogar Ziehvater unserer ersten Jack-Russell-Würfe. Die kleinen weißen Wirbelwinde liebte er ganz besonders.

Im Hundesport waren wir stets aktiv. In unserer SV-Ortsgruppe „Jena-Eichenbühl“ engagierten wir uns intensiv in der Jugendarbeit und stellten Patenhunde aus unserer Zucht zur Verfügung. Es war eine wertvolle Zeit – für uns ebenso wie für die Jugendlichen, die weit mehr als nur hundesportliche Erfahrungen mitnehmen konnten.

Neben unseren eigenen Hunden lebten immer wieder weitere Vierbeiner bei uns – zur Ausbildung oder zur gezielten Arbeit an individuellen Herausforderungen. Jeder einzelne von ihnen hat mich auf seine Weise bereichert und meinen Blick geschärft. Sie alle aufzuzählen würde den Rahmen sprengen, doch sie waren ein wichtiger Teil unseres Weges.

Über viele Jahre hinweg waren wir tief im Vereinsleben verwurzelt und blicken mit Dankbarkeit auf diese intensive Zeit zurück. 

Oft wurden wir gefragt, welche Art Schäferhund wir haben / hatten, Schönheit oder Leistung. Für uns gab es nie ein entweder / oder. Wir wollten alles: Hunde, mit denen man arbeiten kann, sich auf Ausstellungen blicken lassen und – vor allem – mit denen man leben kann. Sowohl Baxter war auf der Landesausscheidung als auch der Landesgruppenschau erfolgreich, als auch Yaktah vom Eichenbühl, welche die erste Thüringer Universalsiegerin wurde; bei Baxter gab es diesen Titel noch nicht.

Mit den Jack Russells – die zu der Zeit, als wir sie kennenlernten, noch nicht von Rasseverbänden anerkannt waren – eröffnete sich uns eine völlig neue Welt der Zuchtlenkung. Dieser Blick über den Tellerrand erweiterte unseren Horizont und ließ uns Zucht, Ausbildung und Verantwortung noch einmal aus einer anderen Perspektive betrachten.

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